Moderierende Führung: Moderations-Methoden sind nur Hilfestellungen. Es geht eigentlich auch ohne!

Nach einigen Jahren als Moderator fiel mir auf (ja, ich habe eine lange Leitung), dass Workshop-Methoden in der Regel alle dasselbe tun:

  • Aktivieren
  • Fokussieren
  • Sortieren

Egal, ob eine SWOT, ein Value Proposition Canvas oder die 4L-Retro: Es geht immer darum, die Teilnehmer

  • zum Mitmachen einzuladen
  • sie auf bestimmte Fragestellungen hinzulenken
  • die aufkommenden Inputs zu ordnen

Nun plädiere ich ja bekannterweise für eine stark moderierende Führung. Ich halte es für sehr nützlich, wenn Du als FK auch im Führungsalltag permanent aktivierst, fokussierst und ordnest.

Doch in den letzten Jahren beobachte ich eine wahre Methodenflut. Diese kommt unter anderem aus dem Systemischen Umfeld, aus der Agilen Welt, aus der New Work Ecke und auch von den Service Designern und von vielen anderen. Teils erfinden wir Moderatoren (oder neudeutsch Facilitatoren, „Strategic Designer“, oder „Irgendwas-Master“) auch einfach neue Methoden, weil uns die alten langweilig erscheinen. Das kann manchen überfordern. Wofür welche Methode?

„Moderierende Führung: Moderations-Methoden sind nur Hilfestellungen. Es geht eigentlich auch ohne!“ weiterlesen

Workhack des Tages „nicht an den eigenen Kalender halten“

Unsere Kalender sind zu voll. Termin an Termin. Von 7.30 bis 19.00 zerklüftete Tage voller Abstimmungen. Mein Tipp: versuche so viele Termine wie möglich jetzt sofort abzufeühstücken. Warte nicht, bis sie laut Kalender dran sind. Du bist doch nicht der Diener Outlooks, Outlook dient dir!

„Workhack des Tages „nicht an den eigenen Kalender halten““ weiterlesen

Vernetzung als Führungsaufgabe

Spiegel Online schreibt im Artikel über Karriere in Homeofficezeiten Folgendes:

„Nur ein Fünftel der Befragten glaubt, dass zum beruflichen Erfolg zwingend Führungsverantwortung gehört – aber 61 Prozent denken, dass man für den Erfolg die richtigen Leute kennen müsse“.

Spiegel Artikel weiter zu posten ist sicherlich kein großer Mehrwert, ich möchte aber auf einen ganz speziellen Aspekt eingehen: Schlecht ist nicht, DASS man Leute kennen sollte, um voranzukommen. Schlecht ist, wenn man Vernetzung nicht oder einseitig betreibt.

„Vernetzung als Führungsaufgabe“ weiterlesen

Wie ich neulich alle Hürden einfach ignorierte. Und es funktionierte!

Ich wollte neulich schwimmen, Samstags ist jetzt immer Altherrenschwimmen, um fit zu werden. Ich hatte aber keine Badehose. Und dann sagte auch noch mein Schwimmpartner ab, da er bei der freiwilligen Feuerwehr ist und der Sturm tobte. Erst wollte ich liegen bleiben. Dann hätte ich aber eine faszinierende Lehrstunde des Lebens verpasst…

Es hat erst dann nicht geklappt, wenn es nicht geklappt hat!
„Wie ich neulich alle Hürden einfach ignorierte. Und es funktionierte!“ weiterlesen

#Verbesserungsaktionismus: Kontinuierliche Verbesserung reicht nicht

Gleich vorweg, ich bin natürlich nicht selbst drauf gekommen, sondern beim sonntäglichen Schmökern in „This is Lean“ von Modig und Åhlström. Von deren wunderbar verständlichen Beispielen ausgehend, soll es heute darum gehen, was der Nachteil ist, KVP (Kontinuierliche Verbesserung) im Unternehmen aufzurollen, ohne auf klaren Entscheidungen bezüglich Business Strategy und Operations Strategy aufzusetzen. Es führt oft genug zu #Verbesserungsaktionismus!

Optimiert Ihr auch mal euren KVP?
„#Verbesserungsaktionismus: Kontinuierliche Verbesserung reicht nicht“ weiterlesen

Verwechselt nicht „Kreativität“ mit „keine Ahnung“!

Wenn Dir Agilisten, Key Note Speaker oder Berater erzählen, die Welt sei VUCA, die Welt von heute brauche meist Kreativität statt Wissen oder „People“ sei wichtiger als „Processes“… dann ist da in vielen Fällen was dran. Aber es ist auch eine gigantische Falle darin versteckt. In der potentiellen Verwechslung von „Kreativität, Fehlerkultur und Systemischem Denken“ mit „Disziplinlosigkeit, kultivierter Ahnungslosigkeit und Cherry Picking“. Gerade größere Unternehmen müssen schnell interne Kompetenz aufbauen, um diese Fehler zu vermeiden. Beim Einkauf von Trainern, Coaches und Beratern – bei der Gestaltung interner Kommunikation – bei der Begleitung von Nachwuchsführungskräften etc. Was diese Fallen genau sind und warum erfolgreiche agile Unternehmen sehr sehr sehr viel Wert auf Prozesse und Wissen legen, und warum alle Welt das Thema Fehlerkultur am Punkt vorbei diskutiert, darum geht es heute.

Die Wahrheit ist Lila, mindestens blaurot gescheckt. Wahlweise gestreift.

Was sind die Fallen beim Thema Kreativität, Fehlerkultur und Systemisches Denken?

VUCA is (to some extent) what YOU do!

Die größte Falle ist, wenn man glaubt das eigene Team oder Unternehmen müsse sich zwischen Rot und Blau entscheiden. Als wäre die Welt vor 2000 ausschließlich simpel gewesen und nach 2001 ausschließlich komplex oder so. Das ist nicht so. Die Welt wird scheinbar immer mehr VUCA, aber mal provokant gefragt: vielleicht machen wir sie ja selber VUCA? Ich erinnere an die Debatten der 90er und 2000er, die sich um die extreme Individualisierung drehten. Wenn jede*r alles „so macht wie ich es halt machen will“ trägt das schonmal viel bei zu A und C. Man kann sich aber auch zusammenreißen (auf Arbeit) und diszipliniert verhalten, an Prozesse und Standards halten etc. dann kommen manchmal hammer Ergebnisse raus. Dann kann aber nicht jede*r wie ih*r grad ist. Muss man halt mögen.

Team und Abteilung sind out. Das heißt jetzt Train, Squat, Tribe, Guild, Chapter, … you name it

Auch das frenetisch Aufspringen auf immer neue Tools, Apps und Hypes macht Die Welt enorm V, U, C und A (schon wieder von Deon weg hin zu Miro? Wie geht das denn jetzt wieder? Welche Software für was? Ist das eigentlich erlaubt?). Auch das permanente Durchquirlen neuer Begriffe. Eine Pest, die alle nur verwirrt. Gerade die Vertreter*innen der schönen neuen roten Welt schmeißen nur so um sich mit völlig unetablierten (und unnützen) Termini. Das macht alles nur VUCAiger als nötig. Weils kein Mensch checkt (der den Arsch voll mit echter Arbeit hat).

Kultivierung der Ahnungslosigkeit – oder „das kann man dann ja brainstormen“

Der zweite Fehler ist, wenn man glaubt, Wissen sei unnötig, solange man kreativ ist. Das begegnet mit immer dann, wenn tausende in die Design Thinking Seminare strömen, aber nur 3 in die Power Automate Session. Ideation, Brainstorming, Personas erfinden (ja leider!), Lösungen fühlen – was auch immer du an tollen Methoden reinziehst: Wenn du in deiner Branche eine Rolle spielen willst, was verändern willst, die Firma retten oder Märkte erobern – dann musst du nach wie vor auch eine Menge WISSEN. Richtig was KÖNNEN. Wer wird denn mit Traum Einstiegsgehalt gelockt? Scrum Master, Design Thinker, Brainstorming-Moderatoren, Achtsamkeitscoaches – oder Coder, Anwälte, Finanzer, Mathematiker? Letztere, weil sie richtig was wissen. Ja Soft Skill ist das neue Hard Skill. Das heißt: wenn der Mathematiker zusätzlich ein wenig teamfähiger wird, dass ihm dann die Welt gehört. An allen Ecken und Enden werden Leute gesucht, die was wissen. Der Spruch heißt nicht, dass Du in einer zunehmend digitalen, automatisierten, sauschnellen, globalisierten, verzwickten Welt jetzt mit ein paar Zertifikaten in TheorieU, Advanced Business Canvassing und Systemischem Aufstellen irgendwen vom Hocker reißt.

Heute könnte fast jeder zweite Workshop heißen „Hilfe! WTF müssen wir tun, was können wir tun, was dürfen wir überhaupt tun?“

Und systemisch, ja, also… sicherlich ist alles ein System. Sicherlich musste auch ich Luhmann lesen. Natürlich wirkt alles irgendwie auf alles. Und ich bemerke in meiner täglichen Arbeit sogar, dass die Mehrheit der Menschen inzwischen „Systemisch“ nicht mehr für einen Chakra Tanz hält, sondern am eigenen Leibe spürt, wie wechselwirkend alles inzwischen ist. Früher gab es Workshops, die hießen „Prozessoptimierung“, „Strategieworkshop“ oder „Teambuilding“, schön klar umrissen. Heute könnte fast jeder zweite Workshop heißen „Hilfe! WTF müssen wir tun, was können wir tun, was dürfen wir überhaupt tun? Was wollen wir individuell tun und wofür tun wir das überhaupt? Ach wir tun es längst, ah Hilfe!“ Die Falle im Narrativ vom „Systemischen“ ist, wenn zu viele Leute nur noch um diesen System-Brei herumreden und immer weniger Leute Dinge tun. Denn Dinge tun führt immer noch zu Geld verdienen. Das hat sich nicht verändert.

Warum legen erfolgreiche Unternehmen entgegen typischer aktueller Narrative SEHR viel Wert auf Prozesse und Wissen?

Alle Unternehmen, die derzeit die Märkte dominieren, haben in der Aufbruchsphase evtl. hoch kreativ ausprobiert, Ideen gebrainstormed, crazy Kram gemacht, geschenkt. Aber sobald sie wussten, wo der Zaster liegt, haben sie Prozesse perfektioniert und Wissen gehäuft. Muss ich noch Google, Tesla, Netflix, Apple sagen? Da flutscht alles. Eine tolle UX, vernetzte Rechenzentren oder das Kapern ganzer Wertschöpfungsketten sind keine Folge von Kreativität. Es sind vor allem Folgen von harter kluger Arbeit, Skrupellosigkeit, Bergen an Budgets sowie Anpassungsfähigkeit (der eigenen Prozesse!)

„People over Process“ und Kundenfokus sind oft nur eine hohle Phrase. Geh doch mal zum Scrum Team und sage „Für den Kunden und uns alle wäre es super wichtig, dass der und der Knopf sofort grün gemacht wird“. Was passiert dann? People? Nee, Process! „Talk to my Backlog“ wird die Antwort sein. Die Coder haben sich mit Sprintzyklen zeitliche Reviere der Macht geschaffen. Lasst uns 4 Wochen in Ruhe an meinem Code mokeln, ihr People.

Zum Wissen brauche ich nichts mehr zu sagen, oder? Klar, in komplexen Situationen kann man nicht alles vorher wissen, per Definition. Sonst wäre es ja nur kompliziert. Oder gar simpel. Aber wenn Du Wissen in die alte Ecke stellst (blaue Welt, überholt, starr, …) dann umgehst du zu weit. Intuition, Fachwissen, Weltwissen, Lebenserfahrung, Methodenwissen – das alles verliert nicht einen Millimeter an Bedeutung. Wenn du darauf pfeifst, dann nehme ich dir sofort alle Teammitglieder weg, die irgendwas wissen. Du kriegst stattdessen ausschließlich Leute, die gar nichts wissen aber super kreativ sind. Have fun!

Warum wird beim Thema Fehlerkultur oft am Punkt vorbeidiskutiert?

Angenommen bei Netflix baut jemand Mist. Er handelt gegen Abmachungen, hält sich nicht an Qualitätsvorgaben, schummelt oder kümmert sich nicht genug um ein Thema und nun ist die finale Staffel von Supernatural offline. 🤯 Ja glaubt ihr, er kriegt weniger Ärger als jemand, der für die ARD Mediathek arbeitet? Fehler sind Fehler. Klar, man muss nicht gleich rausgeworfen werden. Klar kann man aus Fehlern auch lernen. Und manchen ist ein MA, der Fehler gemacht hat (also die Chance zum Lernen hatte) wertvoller als MA, die noch nichts dazugelernt haben. Aber das hat nichts mit Agilität oder neuer Führung, New Work, Achtsamkeit oder irgendwas sonst zu tun. Das ist seit Jahrtausenden in jeder Organisation, Familie oder Gesellschaft ein wichtiges Thema: wie wird mit Fehlern umgegangen? Wie diszipliniert verhalten wir uns? Das viel gelobte (und super wichtige) Vertrauen kommt ja auch nicht von allein, es wird durch Compliance erworben.

Was jedoch bei Netflix und Co. in Puncto Fehlerkultur anders gemacht wird, ist: sie managen das Ausprobieren anders. AB Testing, olle Kamelle, aber manche machen das halt professionell. Andere machen denselben „richtigen“ alten Kram auf Gedeih und Verderb weiter. Fail fast, often and forward ist die Maxime erfolgreicher Unternehmen. Sie gehen aber nicht in dem Sinne anders mit „Fehlern“ um. Ergebnisse aus Versuchen sind keine Fehler, sondern Erkenntnisse.

Fehler machen im Sinne von Verfehlungen, etwas falsch machen, ist doch ganz was anderes als Ausprobieren. Anstatt also dein ganzes Unternehmen auf den Kopf zu stellen, alle müssten jetzt mal aufhören, Fehler zu kritisieren, solltest du lieber rumlaufen mit einem Schild: „Wir müssen endlich professionell ausprobieren und datenbasiert Erkenntnisse gewinnen!“ Klingt halt nicht so fancy wie Fehlerkultur.

Fazit

  • Ich habe für mich selbst sehr viel gelernt in Umgebungen, in denen Fehler sehr gefährlich waren und entsprechend hart und fair kritisiert wurden. Verantwortung, Umgang mit Kritik, Umgang mit Scham, Umgang mit Scheitern, Wachstum durch Selbstreflektion. Diese Erfahrungen empfehle ich allen, die viel von Fehlerkultur sprechen. Sie sind so wertvoll.
  • Sprecht weniger von Fehlerkultur, mehr vom professionellen Management des Erkenntnisgewinns. Oder meinetwegen AB Testing. Oder Fail Fast, Often and Forward. Oder Lernende Organisation.
  • Soft ist das neue Hard Skill. Ok. Aber Hard ist auch das neue Soft Skill. Um Wissen kannst du dich nicht drücken. Auch nicht in der VUCA Welt.
  • Erfolgreiche Unternehmen schaffen Prozesse nicht ab sondern halten sie ein. Weniger erfolgreiche schaffen sie nicht ab UND halten sie nicht ein.

Freue mich auf Debatten

Cheers!

Die Magie von „ein bisschen Training“ – wie Du Dich und Dein Team auf Trab bringst

Vor ca. 2 Monaten habe ich wieder angefangen zu schwimmen. Nach 25 Jahren Pause. 1995 ca. war ich mit in Berlin bei Jugend trainiert für Olympia. Unser Team belegte zwar einen der hinteren Ränge der Gesamtwertung, aber immerhin waren es die deutschen Meisterschaften. So schlecht kann ich als Schwimmer nicht gewesen sein. Dachte ich… bis neulich Samstag 9h im Hallenbad Wietze. Da dachte ich nach den ersten 10 Bahnen, ich würde verrecken. Letzten Samstag, nach nur 2 Monaten, schwamm ich 100 Bahnen und davon jede zehnte im Sprint. Dabei summte ich Unterwasser munter meine liebsten Starwars-Melodien. Ich habe den unter Sportlern bekannten Effekt der schnellen ersten Erfolge am eigenen Leib erlebt. Was dieser Effekt mit Teambuilding, Führung und Kompetenzentwicklung zu tun hat, darum soll es heute gehen.

Erste Erfolge sind meist leicht. Also hab doch einfach viele davon!

„Die Magie von „ein bisschen Training“ – wie Du Dich und Dein Team auf Trab bringst“ weiterlesen

Fachkräftemangel und das Gaußgespenst

Guten Tag,

Immer wieder wird bemängelt, dass es an irgendetwas mangele. „Fachkräfte“ sind im Skat. Der nächste wirft „gute Unternehmen“ in den Ring. Es wird heiß diskutiert. Schließlich kommt der Einwurf „gute Führungskräfte“, daran mangelt es! Ich werfe noch in den Ring „gute Betriebsräte“, „gute Azubis“, „gute Freunde“, „gutes Wetter“, und – ganz wichtig – „gute Ergebnisse“, ja daran mangelt es wohl. Und wenn das alles da wäre, dann wärs „gut“.

Das Problem bei der Debatte, und warum sie wirklich unnütz ist: an ALLEM was „statistisch“ als gut angesehen wird, herrscht aufgrund fieser mathematischer Gesetzmäßigkeiten Mangel 🙂

Gauß mag manchen gruseln, so hartnäckig ist seine Kurve
„Fachkräftemangel und das Gaußgespenst“ weiterlesen

Etwas erreichen, ohne ‚though‘ zu sein

Ich bin kein tougher Verhandler. Auf dem Flohmarkt tut es mir körperlich weh, Preise runter zu handeln. Aber ich finde, ich habe bisher auch mit meiner sanften Art alles erreicht, was ich bis hierher erreichen wollte. Entweder ich hatte viel Glück (Sonntagskind), oder ich kann ein bisschen was. Ich muss dazu sagen, dass ich mit meinen 43 Jahren nun kein Topmanager geworden bin, also mime ich hier nicht den „Wie werde ich erfolgreich Guru“, sondern ich habe über die Feiertage einfach mal gegrübelt, warum ich für mein Dafürhalten recht gut durchs Leben komme, ohne ein tougher Typ zu sein. Wenn auch Du kein tougher Typ bist, hoffe ich das hier was Nützliches dabei ist.

Hier, was ich oft tue, wenn ich etwas möchte:

Auch sanfte Wesen können viel bewegen.
„Etwas erreichen, ohne ‚though‘ zu sein“ weiterlesen

Pragmatische kurze Kennenlern-Methode

In Remotezeiten ist Onboarding und Kennenlernen jenseits des Fachlichen super wichtig. Da muss momentan unbedingt extra Zeit und Energie für aufgewendet werden. Es kann nicht sein, dass jemand sagt: ich bin seit 1 Jahr in der Abteilung aber ich kenne eigentlich niemanden.

Manche Kennenlern-Methoden in Workshops und Teammeetings wirken leider etwas „gezwungen“, für manchen vielleicht auch zu verspielt. Hier eine Mini Methode, die immer funktioniert und nur 3 Minuten braucht. Man kann sie nämlich sehr kurz halten mit dem Hinweis, sie an anderer Stelle weiterzumachen (Pause, nächstes Meeting o.Ä.). Wenn ihr mehr Zeit habt, lasst die Session einfach länger laufen!

So geht’s: ein Mensch erzählt einfach mal drauf los. Egal was. Alle anderen „connecten“ dann wo sie möchten. Auf die Art, die ihnen grade zusagt.

Das Bild beschreibt es bereits. Eine Person legt vor. Man erzählt 1-2 Minuten drauflos über sich. Als Person, fachlich, privat, überfachlich, … alles was einem gerade relevant, spannend, lustig oder hilfreich erscheint. Es werden dabei so 3-10 Punkte zusammenkommen.

Nun kann jeder aus dem Kreis „connecten“. Nach freier Reihenfolge kann jeder einen Punkt kommentieren, aufgreifen, eigene Themen beisteuern, Fragen stellen, etc. 1-2 Connections reichen. Dann ist jemand anderes dran. Wichtig: alles ist erlaubt, was einem durch den Kopf geht. Macht was draus!

Und so entsteht eine Kette von Connections. Meist endet es in einer wuseligen Diskussion, oder einzelne Grüppchen diskutieren plötzlich Themen angeregt weiter. Hier macht der Moderator einen Cut und sagt, prima, dass ihr so angeregt diskutiert, setzt es dann nachher in der Pause fort. Oder man verweist aufs nächste Meeting, wo die Methode gern nochmal aktiviert wird.

Ihr werdet sehen, in der Pause werden manche ihr Barsch-Angelhobby, den Kranführerschein oder gemeinsame ehemalige Chefs weiterdiskutieren.

Abwandlung: die Methode geht auch für fachlichere Diskussionen! Angelehnt an Dynamic Facilitation (habe ich auch mal was zu geschrieben hier), kann man eine Person mit einer Einschätzung zu einem Thema starten lassen und dann reihum in Loser Reihenfolge „Connections“ sammeln, bis das Wichtigste zum Thema gesagt wurde.

Have fun!

%d Bloggern gefällt das: