Was das Henne-Ei Problem mit Change zu tun hat

Das Henne-Ei Problem ist die klassische Frage ob A oder B zuerst da war. Ich stoße sehr häufig auf die Frage: wie soll A möglich werden ohne B – aber B bräuchte eigentlich A.

Nach Konflikten: wer entschuldigt sich zuerst?

In Projekten: Schnell erste Erfolge vorweisen, um weitermachen zu dürfen, oder wichtige zukunftsweisende Pflöcke einschlagen, die „da oben“ jetzt aber noch keiner versteht?

In Hierarchien: Manager möchten mehr delegieren, aber so richtig exzellent sind die Ergebnisse von unten nicht – Experten möchten dass das Mikromanagement aufhört, sichern sich aber weiterhin bei jedem Detail ab.

Hier resignieren manche. Das Henne-Ei Problem killt die Veränderung, alle legen sich wieder hin.

Hier drei mögliche Antworten, die zeigen, was es braucht: jemanden, der den Henne-Ei Knoten mutig durchschlägt:

  1. Biologische Perspektive: Dinosaurierdamen hießen nicht „Hennen“, sie hatten aber schon Eier. Also gab es zuerst Eier, basta.
  2. Logik: alle Organismen entstehen aus ersten Zellen, die allererste Zelle ist im Prinzip ein Ei. Eine Henne IST am Anfang ein Ei. Also: zuerst Eier.
  3. Pragmatik: wir brauchen sowieso beides. Also lasst uns beides gleichzeitig machen, Hennen und Eier. Wenn Du jetzt noch eine Prioritätenliste brauchst: zuerst Eier.

Jede der drei Herangehensweisen kannst Du auf den Businessalltag übertragen.

  1. Beende ewiges Debattieren über Definitionen
  2. Beende Debatten über Probleme, die nicht existieren
  3. Beende Debatten über Reihenfolgen, wenn die Reihenfolge nicht kriegsentscheidend ist

Angst als Treiber für Wandel

(Achtung, ironisch*): Lasst uns Deutschen unsere Angst! Die gehört zu uns wie der Laubmischwald, den wir abgehackt haben. Oder Biersorten wie Diebels, Hasseröder und Franziskaner, die die InBev für uns braut. Und jetzt wollen New Work Fuzzis uns diese Kulturkonstante austreiben? Mut, Fehlerkultur und Zukunftslust lecker machen? Da kriegt man ja Angst.

Andere Kulturen versprechen Paradiese. Zumindest kurzes Erleuchten vor dem Verwehen. Nur wir haben das Ragnarök, den Weltenbrand: alles futsch, basta. Und Odin hat es kommen sehen. Aber keiner wollte hören. Daher kommt die wunderbare „Ich habs doch gesagt“ Attitüde.

Und dann kommt der Fremde aus dem Süden, der alles anzündet. „Schuld sind die Anderen“ – ein Prinzip, perfektioniert in Germany. Der Wolf frisst den Boss, die Schlange vergiftet seinen Sohn, alle gegen alle. Alle gehen drauf. Das ist die Story. Und weil alles kaputt ist, kann man dann endlich was Neues starten. GREENFIELD.

Kontinuierlich verbessern? Pöh! Lernende Organisation? Geh! Wir wollen uns aktionistisch ins wilde Getümmel stürzen, gehemmt und getrieben zugleich von unserer geliebten Angst vor sonstwas. So ticken wir. Nehmt uns das nicht. Skål!

* teilweise

Die Insel goes Insta

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Should I add a tower? I like towers.

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Den Umbau unserer Seminarinsel Isle of Change dokumentieren wir jetzt auf Instagram. Schaut zu, gebt schöaue Hinweise oder kommt als Versuchskaninchen zu Besuch!

Die Insel heißt mit bürgerlichem Namen Råholmen (Kleine Rauhe Insel) und liegt in einem trinkwasserklaren See bei Sundsvall – am Fuße des Weltnaturerbes Höga Kusten (Hochküste) in Schweden. Das macht uns einerseits atemberaubende Wanderungen möglich, und andererseits den comtemplativen Rückzug auf die 10.000 qm kleine Insel, auf der man völlig für sich sein kann.

2020 ist das Jahr der Renovierung und des Ausprobierens. Schaut gern auf Instagram rein und kommentiert den Fortschritt. Wer als Versuchsgast kostenlos hin möchte, kann sich 2020 gerne melden 🙂

Anfahrt: 1,5h Flug + 3h Auto + 5min Ruderboot
12.000 qm pure Natur. Bei Hochwasser nur 10.000 🙂
Höga Küsten – Meer, Steilküste, urige Wälder, klare glasklare Seen…